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Die nächsten Sitzungen des Stadtteilrats Barmbek-Süd im April und Mai finden aus rechtlichen und fürsorglichen Gründen nicht statt.

Das Stadtteilbüro bleibt aufgrund der aktuellen Gesundheitsempfehlungen leider bis zum 29. März geschlossen. Wir sind ab dem 30. März montags (10.00 bis 15.00 Uhr) und mittwochs (15.00 bis 18.00 Uhr) telefonisch unter 5190080-67 zu erreichen.

Diese Absage betrifft auch die Jahreshauptversammlung des Stadtteilvereins Barmbek-Süd e.V. am 31. März und die AG social.net am 30. April, die auf unbestimmte Zeit verschoben sind.

150 Jahre Krankenhaus zwischen Barmbek und Eilbek

01. März 2015 André Bigalke

Bild: Krankenhaus-Modell von 1912/13

In der südöstlichsten Ecke unseres Stadtteils liegt ein Gelände, das heute durch umfangreiche Neubauten bzw. ihre Planungen gekennzeichnet ist, der Friedrichsberg. Einen größeren Teil des Geländes nimmt immer noch die heutige Schön Klinik ein, die Nachfolgerin verschiedener Gesundheits-Einrichtungen an diesem Ort. Die Schön Klink hat anlässlich des 150. Gründungstages der „Irrenanstalt Friedrichsberg“ die Geschichte des Geländes aufarbeiten und hierzu eine Broschüre und eine Ausstellung anfertigen lassen.

Die wechselhafte Geschichte der „Irrenanstalt“ begann als anfänglich humanere Reformklinik; viele Jahre bemühte sie sich dann statt um medizinischen Fortschritt ganz stark um eine anregende Parkgestaltung mit Wildtieren und Musikpavillon. In den frühen zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts schrieb das Krankenhaus durch die Mitentdeckung der Creutzfeldt-Jakobschen Krankheit durch Jakob in der immer noch vorhandenen Pathologie (P40) sogar Medizingeschichte. Im Nationalsozialismus gab es einen starken Bruch: Die noch vor dem I. Weltkrieg durch Fritz Schumacher in die damals übliche Einzel-Pavillon-Bauweise umgestaltete Klinik wurde schrittweise von den psychisch kranken PatientInnen geräumt; diese wurden nach Langenhorn verlegt und fielen später in großer Zahl der „Euthanasie“ zum Opfer. Das Gelände sollte „heilbar erkrankten Volksgenossen“ zur Verfügung gestellt werden, vielfältige Nutzungen schlossen sich an.

Das Foto zeigt das Modell des Krankenhauses mit den bis 1914 umgesetzten Bauten nach den Planungen von Fritz Schumacher. Unser Blick geht von Westen/Friedrichsberger Straße nach Osten/Bahnlinie (rechts unten der S-Bahnhof Friedrichsberg); links/im Norden die Dehnhaide und rechts/im Süden der Wandse-Grünzug. Ins Auge fällt die große, elliptische Wiese rechts in der Mitte, am rechten/südlichen Ende der Wiese sehen wir den hellen, im II. Weltkrieg zerstörten Musikpavillon, rechts daneben den dunklen Bau des Torhauses, das im letzten Jahr abgebrochen worden ist. Heute nutzt die Schön-Klinik nur noch einen Teil der Fläche, weil im Westen und Süden über 400 Wohnungen entstanden sind und im Osten weitere 200 geplant sind; außerdem ist im Süden um die große Wiese herum ein öffentlicher Park entstanden.

Nach dem II. Weltkrieg wurde dann im Rahmen des späteren Landesbetriebes in Abgrenzung zum AK Barmbek am Rübenkamp die Umbenennung in AK Eilbek vollzogen, der Name „Friedrichsberg“ blieb aber nicht zuletzt wegen der S-Bahn-Station und der Straße weiterhin im alltäglichen Gebrauch. Es handelte sich jetzt um ein Vollkrankenhaus der Inneren Medizin und Chirurgie mit einer weiterhin bestehenden psychiatrischen Abteilung; diese zog später auf die andere Seite der Friedrichsberger Straße. Im Zuge der Krankenhausprivatisierung wurde das AK Eilbek dann aus wettbewerbsrechtlichen Gründen vom Hamburger Marktführer Asklepios an die bundesweit agierende Schön Kliniken-Gruppe abgegeben, die nun neben der Grund- und Notfallversorgung eine Spezialisierung in den Bereichen Psychiatrie, Orthopädie und Neurologie vornimmt.

Bei einem Besuch in der Februarsitzung des Stadtteilrats erläuterte der Klinikgeschäftsführer Dr. Knopp in seinem interessanten Vortrag die weitere innere Entwicklung, deren bauliche Dimension er mit Modernisierung, weniger mit Erweiterung umschrieb. Er hob hervor, dass die Notfallversorgung jedem/jeder offensteht. Deutlich wurde auch, dass die Schön-Klinik mit mehr als 1.600 Beschäftigten ein wichtiger Arbeitgeber ist und ein wirtschaftliches Schwergewicht im Stadtteil darstellt. Dr. Knopp zeigte in seinem Vortrag eine Reihe von Bildern und Übersichten, die sich auch in der Ausstellung zur Geschichte des Krankenhausgeländes finden. Die Ausstellung besteht aus informativen Text-, Dokument- und Foto-Tafeln, ergänzt um Exponate aus der Klinikgeschichte und auch dem originalen Umbauplan der Schumacher-Phase. Sie können Sie jeden Tag im Haupteingangsbereich des Gebäudes 7 auf dem Gelände anschauen. Gehen Sie einfach in den Haupteingang/Notfallaufnahme nach links zur Rezeption und fragen dort; an der Rezeption gibt es auch die sehr informative, kostenlose Broschüre zur Ausstellung.

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