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Die nächsten Sitzungen des Stadtteilrats Barmbek-Süd im April und Mai finden aus rechtlichen und fürsorglichen Gründen nicht statt.

Das Stadtteilbüro bleibt aufgrund der aktuellen Gesundheitsempfehlungen leider bis zum 29. März geschlossen. Wir sind ab dem 30. März montags (10.00 bis 15.00 Uhr) und mittwochs (15.00 bis 18.00 Uhr) telefonisch unter 5190080-67 zu erreichen.

Diese Absage betrifft auch die Jahreshauptversammlung des Stadtteilvereins Barmbek-Süd e.V. am 31. März und die AG social.net am 30. April, die auf unbestimmte Zeit verschoben sind.

Barmbecks heißer Herbst 1923 & 2013

01. November 2013 André Bigalke

Barmbek trägt in der Öffentlichkeit – bei allen Veränderungen in den letzen Jahrzehnten – immer noch häufig den Beinamen „Arbeiterstadtteil“, am Ende des 19. Jahrhunderts und dann noch einmal in der Weimarer Republik zogen viele Hafen- und Fabrik-Arbeiter in die neu entstandenen und erweiterten Wohnquartiere hier. Hieraus ergab sich eine starke Präsenz der Organisationen der Arbeiterbewegung, Genossenschaften und Arbeitervereine hatten hier genauso eine Hochburg wie die Arbeiterparteien, in erster Linie SPD und KPD.

Die Krisenlage des Jahres 1923 (Inflation, Ruhrgebietsbesetzung, Putsche und Massenarbeitslosigkeit) ließen gerade hier viel Unzufriedenheit entstehen. So verwundert es nicht, dass ein Aufstandsversuch, begonnen am 23. Oktober 1923 und von der KPD initiiert, hier auf Unterstützung traf. Der Aufstand, auf der Reichsebene abgeblasen, fand nur isoliert in einigen Hamburger Stadtteilen statt, in Barmbek-Süd im Viertel östlich der U-Bahn-Linie.

Nach zwei Tagen war der Aufstand von der Polizei niedergeschlagen, es gab Tote, Verletzte und Zerstörungen. Die Schilderungen aus der Zeit zeigen Unterstützung für die Aufständischen, aber auch deutliche Ablehnung dieses Revolutionsversuches gegen die Weimarer Republik.

Zum Erinnern an dieses Ereignis anlässlich des 90. Jahrestages hatte der Kulturpunkt zu einer Arbeitsgruppe eingeladen, die von Organisationen aus dem politisch linken Spektrum gebildet wurde. Diese bereitete zwei Veranstaltungen vor, am eigentlichen Jahrestag wurde ein NDR-Dokumentarfilm aus dem Jahre 1973 gezeigt, der beteiligte Aufständische als ZeitzeugInnen zu Wort kommen ließ. Einige Tage später wurde in einer zweiten Veranstaltung Kulturelles rund um den Aufstand geboten, Arbeiterlieder, Lesungen aus Berichten sowie auch politische Rap-Töne waren zu hören.

Die Veranstaltungen waren gut besucht, über 150 Menschen fanden den Weg ins Basch. Hier gab es auch eine kleine Ausstellung mit Biographien, Plakaten und Fotos und –als Erinnerung an die Verpflegung der Aufständischen durch die lokale Bevölkerung- Schmalzbrote satt.

Im Vorfelde der Veranstaltung hatte es einige Debatten in der Lokalpolitik um diese Veranstaltung gegeben, der Umgang mit der Erinnerung ist auch für ein solches Ereignis nicht einfach. Die Kritiker dieser Veranstaltung haben dann aber leider kaum die Chance genutzt, sich auf der Veranstaltung selber davon zu überzeugen, dass berechtigte Einwände gegen eine zu einseitige Darstellung von den Veranstaltern durchaus aufgenommen worden sind.

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